Route 17 - Durch die Bliestorfer Heide, 23,2 km

Streckeninfos:

Diese Route führt weitgehend über wenig befahrene Nebenstraßen und auf straßenbegleitenden Radwegen entlang der stärker befahrenen Landstraßen. Der Abschnitt durch den Bliestorfer Wald ist holperig und etwas sandig. Man kann ihn mit einem kleinen Umweg über die asphaltierte Parallelstrecke durch den Kannenbruch umgehen. Viele Steigungen, die meist sanft sind, und wo es etwas steiler wird, hat man das Ende immer schon vor Augen.

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Von den feuchten Niederungen des Lübecker Beckens, bis auf die Höhen des Siebenbäumer Endmoränenzuges führt diese Tour durch eine für diese Region typische flachwellige Hügellandschaft. In stetem, meist sanftem Auf und Ab geht es abwechslungsreich durch kleine Dörfer, entlang wogender Felder und durch lichten Wald.
An der höchsten Stelle, am westlichen Ortsausgang von Siebenbäumen reicht der Blick an den restaurierten Häusern und dem Wasserturm von Wulmenau vorbei bis zu den Kirchtürmen Lübecks. Einen ähnlich schönen Blick hat man auch auf dem Weg zwischen Wulmenau und Grinau oder vom »Fräuleinsberg« zwischen Trenthorst und Groß Schenkenberg mit einem grandiosen Ausblick über das weit ausladende Tal der Grinau bis hin zu den roten Häusern am Scharberg.
Die lange Waldstrecke durch den Bliestorfer Forst führt durch einen der wenigen großen Privatwälder im Kreis. Im Winter holt man hier seinen Tannenbaum und in der Nähe des Parkplatzes Groß Schenkenberg ist der »KinderHerz–Wald« gelegen. Auf dieser vom Waldbesitzer kostenlos zur Verfügung gestellten Fläche wurde eine Baumschonung in Herzform angelegt, um auf die Situation herzkranker Kinder hinzuweisen. Durch Baumpaten wird die Stiftung in die Lage versetzt herzkranken Kindern zu helfen.
Über dem topfebenen Lübecker Beckenton staut sich das Wasser und die Böden sind meist weich und feucht. Deswegen werden die meisten gefällten Bäume auf althergebrachte Weise, mit Pferden aus dem Wald gerückt. Diese Methode ist gegenüber dem Einsatz von Maschinen viel verträglicher für den Naturhaushalt. Im Sommer verdienen sich die Schleswiger Kaltblüter ihren Hafer mit gemütlichen Planwagenfahrten.
An der Strecke liegen drei große Güter. Das Gut Bliestorf und die beiden lübschen Güter Trenthorst und Wulmenau, die seit 1555 stets gemeinsame Besitzer hatten. Trenthorst und Wulmenau beherbergen seit 1998 das bundeseigene »Institut für Ökologischen Landbau«.
Trenthorst, mit seinem weißen Herrenhaus, dem Torhaus und gemütlichen Wohnhäusern mit blühenden Gärten, liegt nicht direkt am Weg, ist aber über einen kleinen Abstecher schnell zu erreichen. Es wurde zwischen 1911 und 1914 im Stil der wilhelminischen Zeit erneuert.
Das Gut Wulmenau ist von teilweise sehr hübschen landwirtschaftlichen Gebäuden geprägt und stammt ebenso wie die »Zentrale« genannte Ansiedlung zwischen den beiden Gütern vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Wulmenau Zentrale befindet sich in Privateigentum. Es besteht aus einem außergewöhnlichen Ensemble mit dem weithin sichtbaren Wasserturm, einer alten Schule und einem alten Forsthaus sowie einigen Wohnhäusern und Stallungen.
Das dritte Gut liegt etwas außerhalb von Bliestorf. Direkt am Rande der Route liegt das zugehörige Herrenhaus von 1843 mit seiner schönen Parkanlage. Die Eigentümer vermieten es für Hochzeiten, Feiern und auch mal so für Übernachtungen. Direkt neben dem Herrenhaus bietet die »Bio–Gärtnerei« Blumen, Kräuter und Beeren in Demeter-Qualität zum Selberpflücken an, die im benachbarten »Café im Garten« vernascht werden können.
Ein sehenswertes Naturdenkmal ist die nördlich vom Herrenhaus gelegene Zufahrtsallee aus knorrigen, etwas gespenstisch wirkenden, 300 Jahre alten Schwarzpappeln. Die ehemaligen Wiesen südlich des Herrenhauses wurden 2010 wiedervernässt und bilden nun das Feuchtgebiet »Am Saal«. Infotafeln am Weg unterrichten über dieses Projekt.
An verschiedenen Stellen in Bliestorf begegnet man heilpädagogischen Einrichtungen, die alle nach Rudolf Steiners anthroposophischer Lehre geführt werden. Der »Sampo Hof« beispielsweise bietet seelenpflegebedürftigen Erwachsenen Arbeitsmöglichkeiten in der Gemeinschaftsküche, dem Gartenbau, einer Weberei und einer Holzwerkstatt. Die hergestellten Produkte werden im Dorfladen am »Haus Arild« verkauft. Hier leben weitere etwa 80 gehandicapte Kinder und Jugendliche in Wohngruppen und besuchen die angeschlossene Waldorfschule.
Das Dorf Grinau, das 2013 sein 750 jähriges Bestehen feiert, gibt es eigentlich schon viel länger. Die fruchtbare Bachniederung hat seit der Steinzeit immer wieder zum Siedeln gelockt. Bis ins 13. Jahrhundert hinein lag die Ansiedlung am heutigen nördlichen Dorfausgang Richtung Groß Schenkenberg. Ein Burghügel aus der Slawenzeit kann der aufmerksame Beobachter hier noch erkennen. Reste einer Dammanlage zeugen von einer Aufstauung eines Mühlenteiches. Denn lange war die Fläche südlich des Trenthorster Weges als »Großer Grinauer See« verzeichnet. In der heutigen Zeit hat das »Wohn- und Pflegezentrum Birkenhof« eine zentrale wirtschaftliche Bedeutung für dieses Dorf.
Last but not least sei noch auf den größten Ort an dieser Route hingewiesen: In Kastorf, an der Kreuzung zweier uralter Handelswege gelegen, war die heimische Wirtschaft und das Handwerk schon immer auf durchfahrende Fremde eingestellt. Es ist deswegen nicht verwunderlich hier eine außergewöhnliche gastronomische Vielfalt vorzufinden. Im Ortsteil »Bahnhof Kastorf«, an einem weiteren historischen Handelsweg, der stillgelegten » Kaiserbahn« von Hagenow nach Bad Oldesloe gelegen, findet man das Chinarestaurant »Oversea«. Am westlichen Ortseingang, im Gewerbegebiet gibt es eine Tankstelle mit Einkaufsmöglichkeit, den Grill »Kiek in« und im Ostteil des Dorfes die »Bäckerei Kröger«. Schräg gegenüber dann noch die »Bauernschänke«, ein ambitionierter Landgasthof mit Cateringservice und Barbetrieb sowie das »Cafe Antiques und Schönes«. Gemütliches Kaffetrinken in den Ausstellungsräumen einer Tischlerei mittenmang fachmännisch restaurierter Antiquitäten, die auf neue Besitzer warten.

Routenbeschreibung

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